Für meine liebste Freundin oder: Worüber Power-Mamas jammern

Mit dem Chaos leben

Nachdem ich vor kurzem die Gedanken einer Generation-Y-Mutter zwischen Young-Professional-Leben und heimischem Wickeltisch niedergeschrieben habe, bekam ich die erste und beste Reaktion von meiner liebsten Freundin aus Schulzeiten und bis heute: 27 Jahre alt, ohne Kinder, mit einem Wunsch: „Einen Beitrag, der die anstrengenden Seiten des Mutterseins beschreibt. Damit man weiß, was auf einen zukommt! Es gibt ja nicht nur so Power-Mamas!“ Es müsse sie doch geben, diese Momente, „in denen man einfach genervt ist und nichts klappt“. Oh ja. Wir alle kennen diese Momente. Das hier sind meine.

Und weil jeder Jammer-Moment auch die Chance bietet, über die eigene Einstellung zum Jammern nachzudenken, steht hinter jedem Punkt ein kleiner Lichtblick. Quasi eine Lektion, die mich das Jammern lehrt. So lässt sich der Mama-Stress doch gleich viel besser ertragen.

1. Ausschlafen adé

Wer erzählt eigentlich immer das Märchen vom gemütlichen Sonntagmorgen, an dem die ganze Familie noch stundenlang im Bett lümmelt, bis irgendwer im Schlafanzug Kaffee holt, und dann wird weitergefläzt? Entspanntes Nichtstun deluxe? Fehlanzeige.

Die Strapazen der ständigen Mama-Müdigkeit hat Alina von Liebling – ich blogge jetzt! sehr treffend beschrieben. Man ist nicht einfach nur müde. Man wird zeitweise sogar zum Zombie. Früher – also vor dem Kind – konnte ich mich in anstrengenden, schlafarmen Phasen immer auf das kommende Wochenende verlassen. Endlich ausschlafen! Die Zeiten sind vorbei. Mittlerweile – unser Sohn ist jetzt anderthalb – sind wir diesbezüglich zwar ganz happy. Also schlafen wir, was das Zeug hält. Ich nenne das „Vorschlafen“ oder „Rückwärts-Schlaf“: Man geht einfach mal präventiv ins Bett und nutzt die Gunst der Stunde.

Wenn uns Freunde über’s Wochenende besuchen, machen wir dann beim Glas Wein nach dem Abendessen allerdings auch gegen halb zehn schlapp. Oder würden zumindest gerne: Ich habe mich schon dabei ertappt, wie ich ab zehn heimlich auf die Uhr schiele und rechne, wieviel Schlaf mir bis halb sieben noch bleibt. Nach dem ersten Baby-Jahr mit Schlafmangel ohne Ende kommt für mich einfach nichts gegen ein warmes Bett an. Das der feuchtfröhlichen Runde an meinem Küchentisch zu erklären, fällt mir nicht immer ganz leicht.

Lichtblick: Ich muss zu meinen Bedürfnissen stehen!

 

2. Ich nimm‘ sie alle!

Infekte. An Stellen und in Ausmaßen, die ich bisher nicht kannte. Sie kommen von Sohnemanns Spielkameraden und, wie ich denke, von der allgemeinen Dauer-Anstrengung (siehe Punkt 1), die den Körper einfach anfälliger macht für alles, was vor allem in den Wintermonaten so herumfleucht. Auf ein starkes Immunsystem kann ich mich seit der Mutterschaft nicht mehr verlassen. Hat es dann mal einen von uns erwischt, lässt der nächste Krankheitsfall nicht lange auf sich warten. Oder wie Frau Mutter es ausdrückt: Willkommen in der Bazillenschleuder Familie!

Lichtblick: Mamas dürfen auch mal krank im Bett liegen.

 

3. Lasst. Mich. Durch!

Dreimal bin ich an dem kleinen Museumsshop in einer Münchner Einkaufspassage vorbeigelaufen. Dreimal wäre ich gerne reingegangen, um Postkarten, Notizbücher und herrlichen Kleinkram zu bestaunen. Dreimal lief ich vorbei. Mit einem Buggy, der schon als lighteste Light-Version verkauft wird. Ich passe da einfach nicht rein. Unmöglich also, in den gefühlt schuhkartongroßen Laden zu gehen. Neulich war ich da, an einem Samstagnachmittag mit zwei Freundinnen, ohne Kind. Ich bin so strahlend durch den Laden gelaufen, dass die Verkäuferinnen dachten, ich hätte noch nie Schreibwaren gesehen.

Lichtblick: Mit Kinderwagen bitte immer den geplanten Aktionsradius mal fünf rechnen und sich damit abfinden, dass einem so mancher Ort verwehrt bleibt.

 

4. Freizeit? Fast!

Ich habe das Gefühl, in jeder Minute, die ich nicht mit unserem Kind verbringe, irgendetwas Sinnvolles tun zu müssen. Wenn Mann und Sohn einkaufen, einfach mal abzuhängen – schwierig. Es muss doch noch gesaugt werden! Ich entwickle gerade einen ausgesprochenen Hausfrauentick, den ich doch sehr bedenklich finde! Sogar während ich mit meinem Mann zu Abend esse, erspäht mein Hausfrauen-Adlerauge eine fiese Staubfluse unterm Regal!

Da fällt mir doch nur wieder ein, was meine Mutter immer sagt: Mit Kind besinnt man sich automatisch auf die wirklich wichtigen Dinge des Lebens. Genau. Und dass damit sicher keine Staubflusen gemeint sind, das muss ich mir in solchen Momenten immer wieder klar machen.

Lichtblick: Locker bleiben! Oder wie es meine liebste Freundin in ihrer Mail formuliert hat:

„Schließlich gibt es ja Momente, wo man einfach keinen Bock hat und mega genervt ist und nix klappt – was ja auch sein darf, auch Mütter sind ja nur Menschen!“

Danke dafür meine liebste Freundin und ich freue mich schon unsäglich darauf, wenn Du (und ihr alle!) meine Liste noch um einige Punkte erweitert. Und dabei viele kleine Lichtblicke erlebt!

 

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